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Datenvisualisierungen mit Google Data Studio

ALLE WEBSITE-KPIS IM BLICK

Karsten Buth, 22. Februar 2022

Welche Kennzahlen helfen, den Erfolg einer Website zu messen, variiert stark. Was aber häufig gleich ist: Die relevanten Daten für ein aussagekräftiges Website-Controlling stammen aus sehr unterschiedlichen Quellen. Mit dem Google Data Studio lassen sich diese KPIs in einem Bericht zusammenfassen und verständlich visualisieren. So wird die Erfolgsmessung von Websites nicht nur einfacher, sondern auch richtig ansehnlich.

Inhalt dieses Beitrags

1. Chaos im Web-Controlling

2. Was ist das Google Data Studio?

3. Weniger ist mehr: Kompakte KPI-Dashboards

4. Matomo-Daten im Google Data Studio

5. Mehr Individualität: Eigene Daten und Konnektoren

6. Das Wichtigste in Kürze

7. missing link konzipiert Reports in Google Data Studio

Chaos im Web-Controlling

Um den Erfolg einer Website messen zu können, können Entscheider und Web-Analysten häufig auf eine Vielzahl an Daten zugreifen. Neben Google Analytics (oder Alternativen wie beispielsweise Matomo) warten allein aus dem Hause Google nicht selten noch die Daten aus Google Ads und der Google Search Console auf eine Betrachtung.

Wer darüber hinaus SEO-Aktivitäten, Newsletter-Performances oder Social Media-Erfolge auswerten möchte, hat noch weitere Tools und Weboberflächen, aus denen sich Daten und Erkenntnisse ziehen lassen. Die Liste ist beliebig erweiterbar. An Daten mangelt es kaum, aber sie liegen verstreut in den jeweiligen Diensten, werden unterschiedlich visualisiert und können nur durch händische Mehrarbeit etwa in PowerPoint oder Excel in Bezug zueinander gesetzt werden.

Marketing-Manager, die ein monatliches Reporting für die Unternehmensführung erstellen müssen, wissen, welcher Aufwand jedes Mal aufs Neue nötig wird, die Daten in einer Präsentation zusammenzutragen. Und erst dann kann mit der Interpretation und der Ableitung von Maßnahmen begonnen werden.

Wenn mehrere Personen an der Datenbetrachtung und Auswertung beteiligt sind, braucht es ein sauberes Rechte-Management für jede Plattform. Nicht selten schränken Online-Dienste ihre Zugriffsmöglichkeiten in den Abo-Paketen auf eine bestimmte User-Anzahl ein. Allen Mitarbeitern im Online-Marketing Zugriff auf das genutzte SEO-Tool zu geben, obwohl diese nur wenige Daten abfragen wollen, kann dann kostspielig werden.

Was ist das Google Data Studio?

Für das oben beschriebene Szenario bietet Google mit dem kostenlosen Data Studio eine interessante Lösung. Hier können völlig frei konfigurierbare Reports erstellt werden, bei denen die Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen stammen können.

Report-Autoren legen fest, welche Kennzahlen aus welcher Quelle in das Monitoring aufgenommen und wie sie dargestellt werden. So entsteht beispielsweise ein Dashboard auf der die wichtigsten Kennzahlen einer Website aus Google Analytics, Google Ads und der Goolge Search Console zusammengefasst werden.

Genau das macht einen der großen Vorteile des Google Data Studios greifbar: Einmal konfiguriert, wird der Report über sogenannte Konnektoren (Google Data Studio Connectors) dauerhaft mit einer Datenquelle verbunden und beständig aktualisiert.

Die Berichte sind interaktiv. Durch die Ergänzung einer Zeitraumsteuerung kann der Benutzer später den Berichtszeitraum anpassen. Auch ist es möglich, die Daten anhand bestimmter Merkmale direkt im Report zu filtern.

Sorge davor, dass einen die Möglichkeiten des Google Data Studios erschlagen, sind nicht ganz unberechtigt. Aus diesem Grund gibt es für fast alle verfügbaren Datenquellen Reporting-Templates, die die Visualisierungen von Daten zeigen und als Vorlage für den eigenen Bericht dienen können.

Spannend wird die Verwendung des Google Data Studios für das Web-Controlling aber vor allem deswegen, weil die Plattform eben nicht nur auf Google-Dienste beschränkt ist.

Eine Vielzahl von Diensten und Tools bietet bereits eigene Konnektoren zu Google Data Studio an. Darunter finden sich Sistrix, SEMrush und etracker.

Auch das beliebte SEO-Analyse-Tool Screaming Frog bietet einen Konnektor und ein Report-Template für die Ergebnispräsentation eines Website-Crawls im Google Data Studio.

Stellt ein Anbieter selbst keine Schnittstelle zum Google Data Studio zur Verfügung, gibt es eventuell Lösungen von Drittanbietern. Diese als Community-Konnektoren bezeichneten – teils kostenpflichtigen – Lösungen ermöglichen beispielsweise auch die Visualisierung von Facebook- und Instagram-Daten.

Google Data Studio - Google Analytics

Individuelle Report-Vorlage für Website-Benutzerdaten aus Google Analytics

Weniger ist mehr: Kompakte KPI-Dashboards

Allein bei der Darstellung von Daten aus Google Analytics stehen im Data Studio über 500 Datenfelder zur Verfügung. Schnell wird klar, dass ein Report im Data Studio die Datenquellen nicht vollständig spiegeln und ersetzen sollte, sondern eine hilfreiche Zusammenfassung liefert.

An Daten mangelt es auch bei der Anbindung weiterer Dienste nicht. Die Herausforderung liegt in der zielgenauen Konzeption eines Reports: Welche Daten sind wirklich wichtig, welche KPIs müssen ständig im Blick bleiben?

Bevor also mit der tatsächlichen Umsetzung eines Reports im Google Data Studio begonnen wird, sollten dessen Ziele klar definiert werden.

Häufig mindert die Darstellung zu vieler Daten die Aussagekraft eines KPI-Dashboards. Der Report wirkt voll und unaufgeräumt und Zusammenhänge und Relevanz sind nicht mehr direkt erkennbar.

Erfahrungsgemäß steigt die Akzeptanz und kontinuierliche Nutzung von Daten-Reports mit deren Kompaktheit.

Anders gesagt: Wird eine Kennzahl nur angezeigt, weil man sie eben hat und nicht, weil sie wirklich benötigt wird, sollte sie weggelassen werden.

Data Studio Connectors

Allein Google stellt bereits 20 Konnektoren zu – überwiegend eigenen – Datenquellen zur Verfügung

Matomo-Daten in Google Data Studio

Etwas überraschend erscheint auf den ersten Blick, dass es auch Lösungen gibt, um Daten aus dem Webanalyse-Dienst Matomo im Google Data Studio zu importieren.

Matomo wird vor allem von kleineren und mittelständischen Unternehmen als Statistiklösung auf dem eigenen Webserver eingesetzt, um der Speicherung von Nutzerdaten durch Google Analytics auf Google-Servern vorzubeugen.

Funktional bietet sich die Verknüpfung mit dem Data Studio an. Die in Matomo erhobenen Daten können im Google Data Studio ansprechend visualisiert und mit Daten aus anderen Quellen in Bezug gesetzt werden.

Allerdings wird eben auch das Google Data Studio als webbasierte Software auf den Webservern von Google betrieben. Google ist damit Auftragsverarbeiter der Daten und eine Zustimmung zu dieser Art der Datenverarbeitung wird notwendig. Entsprechend muss auf die Verwendung des Google Data Studios in den Datenschutzbestimmungen einer Website hingewiesen werden.

Wer sich also für Matomo aus Datenschutzgründen entschieden hat und sogar eine Tracking-Implementierung gewählt, die ohne das Setzen von Cookies auskommt, sollte sehr genau abwägen, ob das Google Data Studio notwendig ist und dann seine Nutzer transparent darüber informieren.

Mehr Individualität: Eigene Daten und Konnektoren

In manchen Fällen reichen bestehende Konnektoren vielleicht nicht mehr aus. Dann ist es möglich, eigene Datenquellen für einen Report im Google Data Studio zu definieren und beispielsweise über einen CSV-Upload zu bestücken. Über diesen Umweg könnten unter anderem Offline-Daten mit der Online-Welt in Verbindung gebracht werden: Die Besucheranzahl eines Events im Vergleich zu den Online-Anmeldezahlen oder der Erfolg einer Kampagne im Vergleich zur Anzahl der TV-Spot-Ausstrahlungen.

Eleganter als der händische Upload einer CSV-Datei ist das Erstellen eines eigenen Konnektors, um künftig automatisiert Daten über eine Schnittstelle an den Report zu geben. Auch das ermöglicht das Data Studio über die Community Connectors. Nötig ist dafür ein Entwicklerzugriff auf Google Apps Script.

Das Wichtigste in Kürze

Was macht Web-Controlling mit unterschiedlichen Datenquellen so schwierig?

Daten aus unterschiedlichen Online-Quellen werden jeweils in der eigenen Software-Lösung visualisiert. Auf einen Blick ist kein Überblick über alle Daten möglich. Das Zusammentragen aller relevanten Daten in einem übergreifenden Dashboard verursacht meist viel Aufwand. Alle Personen, die die Daten für einen übergreifenden Report lesen müssen, brauchen entsprechende Zugangsberechtigungen für jeden Online-Dienst.

Was ist das Google Data Studio?

Das Google Data Studio ist ein kostenloser Daten-Hub, auf dem Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen und visualisiert werden können. Damit werden Dashboards möglich, die auf einen Blick KPIs und Kennzahlen aus verschiedensten Diensten umfassen.

Warum ist Datensparsamkeit in Dashboards wichtig?

Datenvisualisierungen müssen schnell und einfach erfassbar sein – auch von Personen, die nicht regelmäßig mit diesen Daten oder Statistiken im Allgemeinen arbeiten. Ein gutes Dashboard bildet dabei wirklich nur die Daten ab, die es zur Zielbewertung und Ableitung von nachfolgenden Maßnahmen wirklich braucht.

Was ist bei der Visualisierung von Matomo-Daten in Google Data Studio zu beachten?

Mit der Bereitstellung von Daten im Google Data Studio erfolgt schlussendlich eine Weitergabe dieser Daten an Google. Über die Nutzung des Google Data Studios ist daher auch dann in den eigenen Datenschutzbestimmungen zu informieren, wenn die verarbeiteten Daten primär gar nicht über einen Google-Dienst erfasst wurden.